Schon entdeckt? Das Hochbeet am Ickerner Knoten hat sich optisch verändert, eine sichtbare Aufwertung erfahren. Insgesamt 350 neue Pflanzen hat der EUV Stadtbetrieb dort neu gepflanzt. Zwischen saftig-grünen Gräsern und Salbei finden sich nun auch fröhlich-gelbe Farbtupfer der Golderdbeere. Hier und da lässt sich auch die fliederfarbene Lilientraube entdecken. Neben einer neuen Bepflanzung wurden dort auf Wunsch und dank der Spende des Künstlers Jan Bormann und seiner Frau der Künstlerin und Fotografin Erika Anna Schäfer zwei jeweils drei Tonnen schwere Granitsteine der ehemaligen BASF-Düngemittelwerk Victor GmbH aus Ickern, die 1990 geschlossen wurde, integriert. Gemeinsam mit dem EUV Stadtbetrieb wurde die Idee vor Ort umgesetzt.
Die beiden Granitsteine sind, wie auch schon die fast 14 Meter hohe Stickstoffsäule, die unweit davon entfernt ebenfalls in Ickern steht, Originalteile aus dem Werk. In den 90er Jahren wurde zunächst einmal die Stickstoffsäule durch Jan Bormann geplant, gemeinsam mit den Mitarbeitern des Werkes vor der Schließung umgesetzt und durch Erika A. Schäfer dokumentiert. Die Bauzeit der Plastik betrug damals mehr als 15 Monate. Die Idee dahinter: „Ich wollte gerne aufzeigen, dass aus einem alten Ort, etwas Neues entstehen kann. Etwas das als Erinnerung dient, wenn das Werk geschlossen wird. Eine Erinnerung auch für die Mitarbeiter des Düngemittelwerkes“, erinnert sich Jan Bormann.
Die Steine im Hochbeet haben nun das gleiche Ziel: Den Castrop-Rauxeler Bürgerinnen und Bürgern, insbesondere den Bewohnerinnen und Bewohnern des Stadtteils Ickern, ein Stück weit lokale Geschichte ins Bewusstsein zu rufen. „Viele verbinden Castrop-Rauxel immer mit dem Kohlebergbau. Aber auch das ehemalige Düngemittelwerk war ein wichtiger Arbeitgeber und ist Teil der Geschichte Castrop-Rauxels“, betont Erika A. Schäfer.
Fazit: Im Ickerner Knoten trifft Natur nun auf Kunst – eine rundum gelungene Anordnung, die Frische und einen kunstvollen Charakter ins Stadtbild bringt.