Aktueller Sachstand ökologischer Umbau Landwehrbach: Unterirdischer Rohrvortrieb ist jetzt abgeschlossen

Die B 235 und den Stadtgarten mit samt Gondelteich unterquert, Rohre unter dem Altstadtring und einem Teilbereich des Erin-Parks durch den Boden gepresst und abschließend auf einem Abschnitt von 50 Metern im 24-Stunden-Betrieb und unter Überwachung erfolgreich die Emschertalbahn unterfahren. So wurden in einer Tiefe von bis zu zwölf Metern insgesamt 1,5 Kilometer zurückgelegt – einmal unter dem Castrop-Rauxeler Altstadtbereich her. Jetzt ist der unterirdische Rohrvortrieb für den ökologischen Umbau des Landwehrbaches abgeschlossen. Jüngst wurde der Bohrkopf der Vortriebsmaschine aus der Tiefe wieder an die Erdoberfläche geholt. Seit März vergangenen Jahres hat sich das beauftragte Bauunternehmen durch Boden und Gestein gearbeitet, um die unterirdische Trasse für den Landwehrbach zu schaffen. Der erste Vortrieb startetet an der Herner Straße mit einem Durchmesserbereich von 1,80 Metern im Druckluftverfahren.

„Im weiteren Verlauf der Maßnahme müssen nun noch Schacht- und Entlastungsbauwerke in Ortbetonbauweise errichtet werden“, erklärt Michael Friedrich, Ingenieur beim EUV Stadtbetrieb und zuständiger Bauleiter für den ökologischen Umbau des Landwehrbaches. Zudem müssen nach dem jetzt abgeschlossenen unterirdischen Vortrieb auch noch Straßenwiederherstellungen erfolgen. Somit wird die gesamte Maßnahme nach aktuellem Sachstand voraussichtlich Mitte 2023 abgeschlossen sein.

Entschlammung Gondelteich

Parallel zum ökologischen Umbau des Landwehrbaches läuft derzeit die Entschlammung des Gondelteiches. Die Arbeiten dauern aktuell noch an. Hier ist eine sogenannte Pistenraupe im Einsatz. Zwei Drittel des Schlammes hat sie bereits aus dem Teich entfernt, das sind ungefähr 140 Touren eines Sattelschleppers. „Die Raupe schiebt den Schlamm zu einem Sammelpunkt, dort wird das Material dann verladen und abtransportiert“, erklärt Michael Friedrich. So wird sukzessive ein halber Meter Sedimentboden aus dem Teichbecken abgetragen. Die Kosten für die Vollentschlammung des Gondelteiches belaufen sich auf circa 231.000 Euro. Zudem wurden im Rahmen der Arbeiten im und am Gondelteich auch die Bäume am Uferbereich zurückgeschnitten.

Hintergrund

Bei der Entflechtung des Landwehrbaches handelt sich um eine der größten ökologischen Umbaumaßnahmen, die der EUV Stadtbetrieb in Castrop-Rauxel aktuell realisiert. Im unterirdischen Vortrieb entsteht die Hochwassertrasse des Landwehrbaches – in einer Tiefe von bis zu zwölf Metern und über eine Strecke von über 1,5 Kilometern. Die Arbeiten für den ökologischen Umbau des Landwehrbaches haben im September 2020 begonnen.

Noch über rund 1,5 Kilometer ist der Landwehrbach im Bereich der Castrop-Rauxeler Innenstadt verrohrt und nimmt sowohl anfallende Schmutzwassermengen als auch die zufließenden Reinwassermengen auf. Im Zuge des Umbaus wird der Bach vom Abwasserkanal entkoppelt und zunächst in einer unterirdischen Hochwassertrasse geführt. In einem zweiten Schritt wird das Niedrigwasser auf verfügbaren Flächen in einem offenen Gewässerlauf geführt. Dadurch wird der Hochwasserschutz verbessert und das Gewässer ökologisch aufgewertet. Die Kosten für die Entflechtung des Landwehrbaches liegen bei circa 17 Millionen Euro. Der Landwehrbach ist einer der größten Nebenläufe im oberen Emschertal und hat mit seinem rund 44 Quadratkilometer großen Einzugsgebiet eine wichtige wasserwirtschaftliche und ökologische Funktion im Verbund mit der Emscher. Das Einzugsgebiet des Landwehrbaches erstreckt sich im Wesentlichen auf das Stadtgebiet von Castrop-Rauxel, zusammen mit dem einmündenden Deininghauser Bach wird fast das gesamte Stadtgebiet entwässert. Während der Deininghauser Bach bereits zum Ende der 1990er Jahr entflochten und ökologisch umgestaltet wurde, ist lediglich der obere Gewässerlauf des Landwehrbaches bis zum Beginn der Innenstadtbebauung neu hergerichtet worden. Die nun laufende Baumaßnahme liegt im Bereich des Stadtzentrums und erstreckt sich vom östlich gelegenen Rennbahngelände in Höhe der Tiergartenstraße nach Westen über die B235 und die Glückaufstraße bis zum Stadtgarten und über die Schillerstraße und den Erin-Park bis zur Herner Straße.