Unterirdischer Rohrvortrieb im ersten Teilabschnitt abgeschlossen

Unter einem Teilbereich des Erin-Parks, dort hat sich die Vortriebsmaschine in mehreren Metern Tiefe durch den Boden gearbeitet – horizontal, Meter für Meter. Und so ist nun das erste Teilstück der Strecke für die unterirdische Trasse des Landwehrbaches fertig, das Betonrohr mit einem Durchmesser von 1,80 Metern verlegt. „Zwischen zwei Schachtbauwerken im Bereich des Erin-Parks hat die Vortriebsmaschine 190 Meter zurückgelegt und die Strecke durch den Abbau von Gestein und Boden hergestellt“, erklärt Michael Friedrich, zuständiger Bauleiter beim EUV Stadtbetrieb. Dies, fügt der Ingenieur hinzu, sei kein unkompliziertes Unterfangen gewesen. Die mitunter widrigen Bodenverhältnisse und vorgefundenen Relikte des Bergbaus wie Stahlbetonteile haben die Arbeiten deutlich erschwert. Dennoch hat es die bauausführende Firma in den vergangenen Wochen geschafft, das massive Betonrohr bei einem minimal vorgegebenen Gefälle von zwei bis drei Millimetern pro Meter nahezu schnurgerade im unterirdischen Vortrieb zu verlegen. Der Bohrkopf ist punktgenau in die vorab erstellte Baugrube im Erin-Park eingefahren.

„Nach dem Vortrieb im ersten Teilstück der Strecke wird die Vortriebsmaschine zunächst gewartet und überprüft“, berichtet Bauleiter Michael Friedrich. Im Anschluss daran werde sie im nächsten Vortriebsschacht an der Schillerstraße eingerichtet. „Von dort aus wird der nächste Teilabschnitt für die neue Hochwassertrasse des Landwehrbaches erstellt“, so Friedrich weiter. „Hier werden weitere 400 Meter im unterirdischen Vortrieb zurückgelegt.“

Ökologischer Umbau Landwehrbach

Es ist eine der größten ökologischen Umbaumaßnahmen, die der EUV Stadtbetrieb in Castrop-Rauxel aktuell realisiert: Im unterirdischen Vortrieb entsteht die Hochwassertrasse des Landwehrbaches – in einer Tiefe von bis zu zwölf Metern und über eine Strecke von insgesamt 1,5 Kilometern. Dabei werden nicht nur die B 235 und der Stadtgarten mitsamt Gondelteich unterquert, die Rohre werden auch unter dem Altstadtring und – wie jetzt geschehen – unter einem Teilbereich des Erin-Parks durch den Boden gepresst. Dafür sind mehrere Baugruben mit einer Tiefe von zwölf Metern und einem Durchmesser von sechs Metern entstanden – von dort aus erfolgt der Vortrieb.

Im September vergangenen Jahres haben die Arbeiten für den ökologischen Umbau des Landwehrbaches begonnen, sie werden voraussichtlich Ende 2022 abgeschlossen sein. Auf einer Strecke von 1,5 Kilometern ist der Landwehrbach im Bereich der Castrop-Rauxeler Innenstadt verrohrt und nimmt sowohl anfallende Schmutzwassermengen als auch die zufließenden Reinwassermengen auf. Im Zuge des Umbaus wird der Bach von Abwasser befreit und zunächst in einer unterirdischen Hochwassertrasse geführt. In einem zweiten Schritt wird das Niedrigwasser auf verfügbaren Flächen in einem offenen Gewässerlauf geführt. Dadurch wird der Hochwasserschutz verbessert und das Gewässer ökologisch aufgewertet. Die Kosten für die Entflechtung des Landwehrbaches liegen bei circa 17 Millionen Euro.